Kreativität auf der Tanzfläche

1. Vielen Dank, für deine Zeit und deine Bereitschaft mit mir ein Interview zu führen. Du bist professioneller Tänzer. Zu welchem Zeitpunkt wusstest du, dass das Tanzen dein Traum ist?

Ich glaube es gab keinen bestimmten Tag oder Moment, wo ich gedacht habe: „Ok, das ist jetzt mein Traum oder der Leidenschaft gehe ich jetzt so oder so nach.“ Der entscheide Punkt begann bereits in meiner Kindheit: Ich kann mich noch sehr gut an die Zeit erinnern, als ich schon immer als kleines Kind vor dem Fernseher getanzt habe. Besonders, wenn Michael Jackson Videos kamen. Zunächst einmal habe ich jahrelang eher Fußball gespielt. Irgendwann habe ich dann das Tanzen für mich entdeckt und von dort an genau gewusst: da muss ich weiter machen. Ich habe es nie als Arbeit gesehen, es war immer eine Leidenschaft. Und ich glaube über diese Leidenschaft ist auch indirekt ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen.

2. Welche Schritte hast du gewagt, um deine Ziele zu erreichen? Und gab es da bestimmte Hindernisse währenddessen?

Ja, klar. Ich habe als ich damit angefangen habe, es nicht gemacht um jetzt großartig viel Geld zu verdienen, oder das zu meinem Beruf zu machen. Sondern ich bin einfach meiner Leidenschaft gefolgt und habe gerne getanzt. Es hat sich hinterher so herausgestellt, dass sich viel in diese Richtung bewegt hat und das waren für mich klare Indizien dafür, dass ich dranbleiben muss. Denn dadurch hat sich für mich etwas Großes entwickelt. Hindernisse, gab es immer – es gab immer Menschen mit denen ich angefangen habe und die dann aus bestimmten Gründen wieder aufgehört haben. Sie haben mir auch Steine in den Weg gelegt, indem sie gesagt haben: „Was machst du denn da, das macht überhaupt gar kein Sinn. Tänzer sein, wovon willst du denn später leben?“ Dennoch war dies für mich seit diesem Zeitpunkt nicht so ein großes Hindernis, um letztendlich zu sagen, dass ich mit dem Tanzen aufhöre.

3. Gab es auch Momente, in denen du aufgeben wolltest?

Ich denke diese Momente kennt jeder Künstler. Man sagt ja nicht umsonst: „Nur die Harten kommen in den Garten.“ Und ich glaube, je mehr harte Zeiten du hast, desto eher folgst du deiner Leidenschaft. Denn gerade in dem Wort Leidenschaft ist auch das Wort Leiden mit drinnen. Und sobald dies missachtet wird, ist es sowieso super schwierig dem nachzugehen oder festzuhalten was einen erfüllt.

4.Was ist deine Stütze, um solche Hindernisse oder schwierigen Phasen im Leben zu bewältigen?

Meine größte Antriebskraft ist mein Glaube, denn wenn ich den nicht hätte, dann würde ich so einige Dinge in meinem Leben nicht meistern.

5.Gibt es eine bestimmte Message, die du mit dem Tanzen vermitteln möchtest?

Dem nachzugehen, was du fühlst. Deine Leidenschaft nachzugehen und nicht dann aufzuhören, wenn es schwieriger wird. Diese Message würde ich den Menschen mitgeben. Ich tanze nämlich genau das, was ich über die Jahre erlebt bzw. durchgemacht habe. Ich erhoffe mir sehr, dass diese Message bei den Menschen ankommt.

9. Das Tanzen ist für einige Menschen eine Art Wettbewerb, gibt es auch Aspekte beim Tanzen, die verbinden oder gesellschaftliche Elemente aufdecken?

Ich glaube das ist das größte Problem was die Menschen haben. Nämlich, dass viele Menschen glauben das Tanz ein Wettbewerb oder eine Sportart ist und das ist definitiv nicht der Fall. Ich gehöre zu den Menschen, die viel mehr glauben, dass das Tanzen eine viel größere Bedeutung hat, als ihr zugeschrieben wird. Und das gerade beim Tanz viele Tanztheaterstücke auch gesellschaftskritische Elemente mit einbauen oder selbst um gesellschaftskritische Themen handeln. Und das geht bei vielen Menschen, die mit Tanzen nichts zu tun haben extrem unter. Das finde ich mega schade.

10. Du hast erwähnt, dass viele Menschen nicht wirklich wissen was das Tanzen ist. Was bedeutet Tanzen ganz konkret für dich?

Ich habe mich damals nicht bewusst für das Tanzen entschieden, sondern ich habe es neben dem Fußball ausprobiert. Ich habe genau in diesem Moment gemerkt wie krass mich das Tanzen erfüllt. Und ich denke, der Grund warum es mich so erfüllt hat war folgender: Es war so, dass ich bis heute ein sehr introvertierter Typ bin, was die meisten auch gar nicht glauben. Aber dennoch ist mir aufgefallen, dass das Tanzen für mich als Sprachrohr dient. Ich kann mich durch das Tanzen ausdrücken, ohne mich mit Worten zu erklären. Das entdecken zu können, war super krass für mich.

11. Gab es bestimmte Vorbilder in deinem Leben, die dich geprägt haben?

Es gab hin und wieder Menschen, die mich in meinem Leben geprägt haben. Aber ich glaube, wenn ich die aufzähle dauert es ewig. Deshalb würde ich sagen, ja es gab extrem viele Menschen, die mich geprägt haben. Aber ich würde auch sagen, dass es Menschen gab, die mich tagtäglich inspirieren. Das sind zum Beispiel viele Schüler, die ich unterrichte, weil man von jedem Menschen was lernen kann oder sich von ihnen inspirieren lassen kann

12. Dein persönliches Erfolgsrezept. Verratest du ihn uns?

Mein persönliches Erfolgsrezept kann ich so nicht verraten. Selbst wenn ich es verraten würde, dann würde es nichts bringen, denn ich denke das muss jeder für sich selbst finden oder auch entdecken. Es gibt nämlich nicht das bestimmte Erfolgsrezept. Es liegt an jedem persönlich was er aus seinem Talent machen und ich glaube darauf kommt es am Ende an. Denn es gibt viele Menschen, die gewisse Talente haben, aber sie nicht nutzen. Sie haben Angst ihrer Leidenschaft nachzugehen, weil sie wissen das sie damit einiges aufs Spiel setzen. Das was sie aufs Spiel setzen kann aber am Ende des Tages doch schön sein. Dieses Risiko gehen viele nicht ein, besonders im Rahmen künstlerischer Fähigkeiten (Tanz, Journalismus etc.), weil sie denken sie können davon nicht leben. Und teilweise auch die Gesellschaft es einem nicht so vorlebt.

13. Was hast du auf deinem Weg bis jetzt gelernt?

Niemals aufgeben, auch wenn es etwas schwieriger wird und sein inneren Schweinehund zu überwinden. Denn gerade in vielen Lebensbereichen wird dies nicht gemacht. Und das ist das Wichtigste, das ich als Tänzer gelernt habe. Es kommen zum Beispiel Übungen auf einen zu, die sehr schwer sind und dort stößt man an seine Grenzen. Auch übertragt sich dies auf viele Lebensbereiche. Genau dort zeigt sich am Ende, wie sehr du das wirklich willst. Und wenn du das gelernt hast, nämlich über deine Grenzen zu stoßen und darüber hinaus zu gehen, dann kannst du das in vielen Lebensbereichen auch.

14. Wenn du deine Leidenschaft drei Wörter beschreiben könntest, welche wären das?

Willensstärke, Selbstbewusstsein, Glaube und Manifestieren.

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Petra

2 Kommentare zu „Kreativität auf der Tanzfläche

  1. Hammer Interview, ich habe Gänsehaut, wenn ich das lese. Vor allem die Antwort zur Frage 9, wo Franklyn darüber spricht, dass das Tanzen nicht nur ein Wettbewerb oder eine Sportart ist, sondern viel mehr als das. Ich glaube, was er da versucht zu beschreiben, muss man erlebt bzw. gefühlt haben. Wenn man selbst mal praktisch tanzt oder in eine Tanzstunde geht, dann versteht man, dass Tanzen nicht nur bedeutet sich zu bewegen. Danke für das tolle Interview 🙂

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